Marcel Hellers

Was hat Sie dazu motiviert, wissenschaftlicher Mitarbeiter zu werden?

Das Interesse an den einheimischen Schmetterlingen und der Wunsch, mit gleichgesinnten Kolleg:innen zu arbeiten und sich weiter bilden zu können. 1972 entstand unter Marc Meyer (+), Kurator des Museums, im Rahmen der Société des Naturalistes luxembourgeois, die "Arbeitsgruppe zum Studium der wirbellosen Tiere", die rund ein Dutzend Mitarbeitende zählte. Daneben wurde ich durch die Möglichkeit, freien Zugang zur Schmetterlingssammlung des Museums zu haben, motiviert.

 

An welchen Themen und Projekten arbeiten Sie derzeit im Rahmen Ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit?  

Erforschung der einheimischen Lepidopteren: Beobachten, Sammeln, wenn die Bestimmung im Gelände nicht möglich ist, Eingabe aller Beobachtungen in die Datenbank  „Recorder“ des Museums. Mein Hauptinteresse gilt den Kleinschmetterlingen (Microlepidoptera). Regelmäßig werde ich von Forscher:innen des Museums um Hilfe gebeten bei der Bestimmung von Schmetterlingen. Gelegentliche Schmetterlingsführungen auf Anfrage naturkundlicher Vereine.

 

Was fasziniert oder interessiert Sie besonders an diesem Forschungsbereich? Was sind Ihre wichtigsten Motivationen?

Welche Arten es in Luxemburg, aber auch im nahen Ausland, gibt, und deren Ökologie: woher kommen sie, was benötigen sie zum Leben, worauf leben sie?

 

Welche Bedeutung hat Ihr Engagement im Naturmusée für Sie (persönliche und wissenschaftlich)?

Ein wenig Ehrgeiz, das Gefühl, gebraucht zu werden, das Bewusstsein, zur jetzigen Zeit des Artenschwundes eine wichtige Arbeit zu tun und nach meinem Tod einige positive Spuren hinterlassen zu haben. 

 

Wo findet Ihre Forschung hauptsächlich statt und welche Werkzeuge, Methoden oder Materialien nutzen Sie?

Ich bin viel auf dem Gelände, mache in der Regel bis zu 30 Lichtfangabende pro Jahr im ganzen Land.  Die Tiere, die ich hier nicht bestimmen kann, sammle ich ein zur späteren Bestimmung zu Hause ein. Bei vielen Kleinschmetterlingen ist diese oft nur mittels Genitaluntersuchung unter der Lupe möglich.

Wie organisieren Sie ihre Arbeit: Wann führen Sie Ihre Forschungen durch (Freizeit, Jahreszeit, Wetter abhängig usw.)?

Ich bin pensioniert und habe viel Zeit. Tagsüber tue ich Forschung im Gelände nur bei guter Witterung und an milden Abenden. Ideal sind Neumondnächte, wo der Mond keine Konkurrenz zu meiner Lampe macht. Präparation erfolgt jedes Mal nach einer Exkursion, Etikettierung, und Bestimmung der Arten und Eingabe in die Datenbank in den Wintermonaten.

 

Arbeiten Sie eher allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Forscher:innen?

Meist arbeite ich allein, zweimal im Jahr ist eine gemeinschaftliche Exkursion in Luxemburg und im Ausland.

 

Was waren die größten Herausforderungen oder Schwierigkeiten in Ihrer Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Die Genitaluntersuchungen bei winzig kleinen Arten mit einer Spannweite von 5 mm.

 

Wie haben Sie diese Herausforderung gemeistert?

Mit viel Geduld. 

 

Interviews: Alexandre Diels

Rédaction: Selma Weber